Fischernetze im Überblick: Industrielle und handwerkliche Methoden im Vergleich

Einleitung

Unsere Ozeane werden mit verschiedensten Fangnetzen befischt – von gigantischen Netzen auf hoher See bis zu kleinen traditionellen Netzen an der Küste. Die Wahl der Netzart bestimmt nicht nur, welche Fische gefangen werden, sondern auch, wie groß die Umweltauswirkungen sind und warum manche nachhaltig gefangenen Fische teurer sind.

Dieser Bericht stellt verschiedene Arten von Fischernetzen vor, erklärt ihre Verwendung, nennt Vor- und Nachteile und bewertet ihre ökologische Verträglichkeit. Dabei unterscheiden wir klar zwischen der industriellen Hochseefischerei und der nachhaltigen handwerklichen Fischerei.

Am Ende verstehen Sie, warum ein in Handarbeit gefangener Fisch in der hochwertigen Konserve seinen Preis wert ist – und warum das sinnvoll ist.


Industrielle Hochseefischerei: Netze mit hoher Fangleistung und Beifangrisiken

Schleppnetze (Trawling)

Fischarten: Kabeljau, Seelachs, Rotbarsch, Makrele, Hering, Sardine, Garnelen
Funktionsweise: Vom Schiff gezogenes Netz, das Schwärme im Freiwasser (pelagisch) oder Grundfische (demersal) einsammelt.
Umweltschonend? ❌ Nein – Hoher Beifang, massive Schäden am Meeresboden, hoher CO₂-Ausstoß.
Vorteile: Sehr effizient, große Mengen.
Nachteile: Destruktiv für Meeresboden, hohe Beifangquote, schlecht für Fischbestände.

Ringwaden (Purse Seine)

Fischarten: Thunfisch, Hering, Sardine, Makrele
Funktionsweise: Kreisförmiges Netz, das sich von unten schließt und ganze Schwärme einschließt.
Umweltschonend? ⚠️ Eingeschränkt – Boden wird nicht geschädigt, aber hoher Beifang durch Lockbojen (FADs).
Vorteile: Sehr effizient bei Schwarmfischen.
Nachteile: Beifang von Delfinen, Haien, Jungfischen, besonders bei FADs.

Treibnetze (Driftnetze)

Fischarten: Thunfisch, Lachs, Schwertfisch, Haie
Funktionsweise: Netz treibt frei im Meer und fängt alles, was hineinschwimmt.
Umweltschonend? ❌ Nein – Extrem hoher Beifang, häufig verboten, Gefahr durch Geisternetze.
Vorteile: Einfach in der Anwendung.
Nachteile: Nicht selektiv, schädlich für viele Meerestiere, mittlerweile international stark eingeschränkt.


Handwerkliche Fischerei: Nachhaltige Netzmethoden in kleinerem Maßstab

Stellnetze (Kiemennetze)

Fischarten: Hering, Dorsch, Zander, Scholle
Funktionsweise: Senkrecht stehendes Netz, in dem Fische mit den Kiemen hängen bleiben.
Umweltschonend? ✅ Ja, mit Einschränkungen – Kein Bodenschaden, selektiv je nach Masche, Beifang möglich.
Vorteile: Einfach, relativ selektiv.
Nachteile: Beifang von Meeressäugern möglich, Fische sterben oft im Netz.

Reusen (Fischfallen)

Fischarten: Aal, Hummer, Barsch, Zander
Funktionsweise: Röhrenförmige Fallen mit Trichtern, aus denen Fische nicht mehr entkommen.
Umweltschonend? ✅ Ja – Sehr selektiv, keine Bodenschäden, Beifang kann lebend entlassen werden.
Vorteile: Sehr nachhaltig, keine Zerstörung, hohe Fangqualität.
Nachteile: Geringer Fangumfang, hoher manueller Aufwand.

Wurfnetze (Handwurfnetze)

Fischarten: Sardinen, Heringe, Anchovis, Köderfische
Funktionsweise: Rundes Netz wird ausgeworfen und umschließt Fische direkt beim Sichtfang.
Umweltschonend? ✅ Ja – Keine Schäden, keine Beifänge, rein manuell.
Vorteile: Sehr nachhaltig, höchst selektiv.
Nachteile: Geringer Fang, nur in flachen Gewässern nutzbar.


Vergleich: Industrielle vs. handwerkliche Fischerei

AspektIndustrielle FischereiHandwerkliche Fischerei
FangmengeSehr hochGering
SelektivitätGering, hoher BeifangHoch, geringerer Beifang
UmweltschädenMeeresboden & Ökosysteme gefährdetMeist schonend, geringe Eingriffe
KlimabilanzHoher CO₂-AusstoßGering, oft mit Muskelkraft
ArbeitsaufwandGering (hohe Mechanisierung)Hoch (viel Handarbeit)
ProduktqualitätMasse, oft tiefgekühltFrisch, direkt verarbeitet
PreisGünstiger pro KiloHöherer Preis durch Aufwand & Qualität

Fazit: Warum nachhaltiger Fang seinen Preis wert ist

Nachhaltig gefangene Fische aus handwerklicher Fischerei sind teurer – und das aus gutem Grund. Sie stammen aus Methoden, die unsere Ozeane schützen, Fischbestände bewahren und Lebensräume erhalten.

Wer sich für hochwertig verarbeitete Fischkonserven aus nachhaltiger Herkunft entscheidet, investiert in Qualität, Fairness und Zukunft. Der Preis spiegelt den Respekt vor Natur, Fisch und Fischerei.

Nachhaltiger Fischfang ist ein Versprechen an unsere Meere – und ein Genuss mit gutem Gewissen.

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